Der 28. Juli 2024 markierte den Auftakt meiner Reise auf die schöne, grüne und raue Insel Irland – ein Reisetag voller landschaftlicher Kontraste, grenzenloser Eindrücke und geschichtsträchtiger Orte. Von den sanften Weinbergen Baden-Württembergs bis zur Nordseeküste Frankreichs durchquerte ich drei Länder und machte Halt an einem symbolträchtigen Ort europäischer Einigkeit: Schengen
Morgendlicher Aufbruch in Freudental
Ich startete mit einer Thermoskanne Kaffee, einem belegten Brötchen vom Vortag und der festen Absicht, Dunkerque bis zum Abend zu erreichen. Aber nicht ohne einen bewussten Zwischenstopp: Schengen, jener Ort an der Mosel, der wie kein anderer für das heutige Europa steht.
Quer durch den Südwesten – Vom Schwabenland ins Saarland
Ich fuhr über die B27 Richtung Heilbronn und bog bald auf die A6 in Richtung Westen ein. Trotz Ferienzeit war der Verkehr moderat. Die Sommerhitze, die weite Teile Europas fest im Griff hatte, kündigte sich bereits in den frühen Stunden an – 26 Grad um 8 Uhr morgens.
Die Strecke führte mich durch das Kraichgau, vorbei an Sinsheim und Kaiserslautern, und schließlich nach Saarbrücken. Die Landschaft veränderte sich langsam: von dichten Laubwäldern über offene Felder bis zu den Höhenzügen des Hunsrücks. Ich fuhr konzentriert, aber entspannt – Musik im Hintergrund, die Autobahn relativ leer.
Ankunft in Schengen – Europas symbolischer Flussmoment
Gegen 13:45 Uhr erreichte ich die Grenzregion zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Ich überquerte die Mosel bei Perl und war plötzlich in Luxemburg – ohne Schranken, ohne Kontrolle. Einfach so. Und genau das machte Schengen zu meinem perfekten Zwischenziel.
Ich parkte mein Auto direkt an der Moselpromenade, die sonntags besonders beliebt ist. Spaziergänger, Radtouristen und einige Reisegruppen waren unterwegs. Das Thermometer zeigte inzwischen 30 Grad. Die Sonne spiegelte sich in der Mosel, und auf dem Wasser glitten Ausflugsschiffe langsam an mir vorbei.
Ich begann meinen Spaziergang an der „Esplanade des Réconciliations“, einer Promenade mit Infotafeln, Flaggen der EU-Staaten und mehreren Kunstinstallationen. Besonders eindrucksvoll: die „Säule der Nationen“, ein Denkmal mit originalen Fragmenten der Berliner Mauer, das die Überwindung von Grenzen symbolisiert.
Im nahegelegenen Centre Européen vertiefte ich mein Wissen zur Geschichte des Schengener Abkommens, das am 14. Juni 1985 genau hier unterzeichnet wurde – nicht in einem prunkvollen Palast, sondern auf einem Schiff mitten auf der Mosel: der „MS Princesse Marie-Astrid“.
Weiter durch Luxemburg und Belgien – In Richtung Nordsee
Gegen 15:00 Uhr setzte ich meine Reise fort. Ich durchquerte Luxemburg-Stadt, hielt mich aber nicht auf. Die Weiterfahrt führte mich über die A6 nach Arlon und von dort weiter auf die belgische E411 Richtung Namur. Die belgischen Straßen präsentierten sich in unterschiedlicher Qualität – mal topmodern, mal ruckelig. Die Landschaft dagegen war traumhaft: Felder, Wälder, kleine Dörfer mit alten Kirchtürmen.
Nach Namur und Mons ging es auf die E42, dann schließlich über Lille Richtung Nordfrankreich. Der Verkehr wurde dichter, je näher ich dem Ärmelkanal kam.
Ankunft in Dunkerque – Wind, Weite, Wasser
Gegen 20:30 Uhr erreichte ich mein Ziel: Dunkerque – die nördlichste Großstadt Frankreichs. Industrieanlagen und Hafenkräne prägten zunächst das Bild.
Ich checkte in einem kleinen Hotel in der Nähe des Fährhafens ein und ruht mich von der langen Fahrt aus.
