Der 31. Juli 2024 war ein schöner Tag voller Geschichte, Kultur und vor allem beeindruckender Bauwerke. Von Wikingersiedlungen über normannische Burgen bis hin zu einem spirituellen Felsen führte mich meine Reise quer durch das Herz Irlands. Am Abend erwartete mich dann die vibrierende Energie von Cork – charmant, lebendig, weltoffen.
Morgendlicher Start in Ballinaboola – Aufbruch ins kulturelle Herz Irlands
Nach einer ruhigen Nacht und einem herzhaften Frühstück mit Soda Bread, irischer Butter und hausgemachter Marmelade verabschiedete ich mich gegen 9:00 Uhr von meinem Bed & Breakfast in Ballinaboola. Der Himmel war bedeckt, aber trocken – ideales Wetter für eine Fahrt voller Zwischenstopps und Besichtigungen.
Mein erster Halt sollte Waterford sein – Irlands älteste Stadt, bekannt für ihre Wikingervergangenheit, mittelalterliche Bauwerke und natürlich das berühmte Kristallglas.
Waterford Viking Triangle – Zeitreise ins 10. Jahrhundert
Kurz nach 10:00 Uhr erreichte ich das Zentrum von Waterford. Das Viking Triangle ist ein historisches Viertel mit engen Gassen, kopfsteingepflasterten Straßen und restaurierten Gebäuden, die die Geschichte der Stadt als bedeutende Wikingersiedlung ab dem Jahr 914 lebendig werden lassen.
Ich besuchte das Reginald’s Tower, Irlands ältestes städtisches Gebäude mit über 800 Jahren Geschichte, und war besonders fasziniert von den Artefakten aus der Wikingerzeit: Waffen, Schmuckstücke, Münzen. Im Medieval Museumtauchte ich noch tiefer ein in die Geschichte der normannischen und mittelalterlichen Epochen der Stadt.
Ein kurzer Spaziergang führte mich an der Waterfront entlang – die ruhige Suir-Mündung, ein leichter Wind, und Möwenrufe begleiteten mich zurück zum Auto. Nächster Halt: Kilkenny.
Kilkenny Castle – Stolz und Stein der Normannen
Nach einer guten Stunde Fahrt erreichte ich Kilkenny Castle, das majestätisch auf einem Hügel über dem Fluss Norethront. Das Schloss, ursprünglich im 12. Jahrhundert von den Normannen erbaut, wurde im 19. Jahrhundert im viktorianischen Stil restauriert.
Ich nahm an einer selbstgeführten Tour durch das prächtig erhaltene Schloss teil. Besonders beeindruckten mich die Long Gallery mit ihrer vergoldeten Decke, die Sammlung von Porträts und die gepflegten Schlossgärten.
Kilkenny – Mittelalterstadt mit Flair
Anschließend schlenderte ich durch Kilkenny, eine Stadt voller Charme und Geschichte. Ich besuchte die St. Canice’s Cathedral, deren runder Turm noch heute bestiegen werden kann, und ließ mich durch die engen Gassen treiben, vorbei an Pubs, Boutiquen und gemütlichen Cafés.
Kilkenny lebt von seiner Mischung aus Mittelalter und Moderne – hier treffen Jahrhunderte aufeinander, ohne zu kollidieren. Nach einem schnellen Lunch ging es weiter zum nächsten Höhepunkt des Tages: Rock of Cashel.
Rock of Cashel – Irlands geistiger Felsen
Gegen 16:00 Uhr erreichte ich Cashel im County Tipperary, wo sich auf einem Kalksteinfelsen der sogenannte „Rock of Cashel“ erhebt – einst Sitz der Könige von Munster und ein spirituelles Zentrum Irlands.
Ich nahm an einer geführten Tour teil, die äußerst informativ und unterhaltsam war. Die Ruinen der gotischen Kathedrale, die romanische Cormac’s Chapel mit ihren gut erhaltenen Fresken und der Rundturm aus dem 12. Jahrhundert machten diesen Ort zu einem wahren Highlight. Besonders faszinierend: Der Legende nach soll St. Patrick hier König Aengus getauft haben – so eifrig, dass er ihm dabei versehentlich mit dem Bischofsstab in den Fuß stach!
Vom Plateau aus hatte ich einen weiten Blick über die goldenen Felder von Tipperary – Irland zeigte sich hier in seinem archaischsten Gewand.
Ankunft in Cork – Lebendige Hafenstadt mit Seele
Nach weiteren anderthalb Stunden Fahrt auf der M8 erreichte ich gegen 19:00 Uhr Cork, die zweitgrößte Stadt Irlands. Ich checkte in meinem Hotel ein, ließ das Auto stehen und begab mich direkt mit dem Bus in die Innenstadt.
Der Stadtrundgang führte mich durch die charmante Oliver Plunkett Street, vorbei an Straßenmusikern, kleinen Delikatessläden und gemütlichen Pubs. Ich besuchte den English Market, ein Paradies für Feinschmecker seit 1788.
Die Sonne ging langsam über dem River Lee unter, und ich ließ den Tag bei einem Pint Murphy’s in einem Pub mit Livemusik ausklingen – Fiddle, Banjo und bodenständiger irischer Gesang begleiteten mich in die Nacht.
