Der 01. August 2024 war ein schöner Tag voller atemberaubender Küstenblicke, kleiener Straßen, frühzeitlicher Stätten und irischer Naturgewalt. Die traumhaftte Route von Cork nach Glengarriff entlang des südlichen Wild Atlantic Way bot einfach alles: Geschichte, Legenden, Klippen, Wind – und eine tiefe, stille Verbindung zur ursprünglichen Kraft der irischen Landschaft.
Morgendlicher Abschied aus Cork – Aufbruch Richtung Süden
Ich startete meinen Tag um 8:30 Uhr in Cork, nach einem kurzen Frühstück mit Porridge und starkem Schwarztee. Die Stadt war noch still, als ich mein Auto belud und mich auf den Weg machte – Ziel: der Startpunkt des Wild Atlantic Way, Irlands berühmtester Küstenstraße, die sich über 2.600 km entlang des Atlantiks zieht.
Erster Halt: Kinsale, eine der schönsten Hafenstädte Irlands.
Kinsale – Farbenfrohes Hafenstädtchen mit Seele
Gegen 9:30 Uhr erreichte ich Kinsale, südwestlich von Cork gelegen. Die Stadt ist bekannt für ihre pastellfarbenen Häuser, exzellente Fischrestaurants und ihre lange Geschichte als Seehandelszentrum.
Ich schlenderte durch die engen Gassen des historischen Zentrums, vorbei an gemütlichen Cafés und Kunstgalerien. Besonders sehenswert: die Desmond Castle aus dem 15. Jahrhundert, einst ein Zollhaus und später ein Gefängnis, heute ein kleines Weinmuseum. Am Hafen lagen Segelboote in der Morgensonne, Möwen umkreisten die Masten.
Old Head of Kinsale – Der offizielle Startpunkt des Wild Atlantic Way
Etwa 15 Minuten südlich von Kinsale erreichte ich das dramatisch gelegene Old Head of Kinsale – eine schmale Landzunge, die weit in den Atlantik hinausragt.
Hier beginnt offiziell der Wild Atlantic Way – und der erste Blick über die Klippen war schlicht überwältigend. Auf den grünen Hängen weideten Schafe, der Atlantik tobte gegen die Felsen, und ein Leuchtturm markierte die Spitze der Landzunge. Ich verweilte einen Moment – die Weite, das Licht, der Wind: Es fühlte sich wie der Anfang einer großen Reise an.
Dundeady – Ruine in den Wellen
Der nächste Halt war die Burg Dundeady, eine wenig bekannte Ruine auf einer Landzunge in der Nähe von Galley Head. Von einem kleinen Parkplatz aus führte ein Trampelpfad zu den Resten der mittelalterlichen Festung.
Die Mauern waren windzerzaust, von Gras überwachsen, aber der Blick aufs Meer war spektakulär. Diese Orte, fernab vom Touristenrummel, sind es, die Irlands Magie ausmachen – ein stiller Ort mit rauer Seele.
Drombeg Stone Circle – Frühzeitliches Erbe
Gegen 12:30 Uhr erreichte ich den Drombeg Stone Circle bei Glandore – einen der bekanntesten Steinkreise Irlands. Die prähistorische Kultstätte stammt aus der späten Bronzezeit (ca. 1100–800 v. Chr.) und besteht aus 17 aufrecht stehenden Steinen.
Ich war beeindruckt, wie gut erhalten der Kreis war. Die Ausrichtung des Steinkreises zum Sonnenuntergang der Wintersonnenwende ließ erahnen, welch kosmische Bedeutung dieser Ort einst hatte. In der Nähe befinden sich auch die Überreste einer „Fulacht Fiadh“ – einer prähistorischen Kochstelle.
Toormore Altar – Religiöse Stille im Grünen
Ein echter Geheimtipp war der Toormore Mass Rock – ein versteckter Altar aus der Zeit der katholischen Unterdrückung im 17. und 18. Jahrhundert. In der abgelegenen Landschaft wurde hier heimlich Messe gefeiert.
Ich fand ihn nach kurzem Fußmarsch durch hügeliges Gelände: ein einfacher, moosbedeckter Felsblock – und doch spürte ich dort eine eindringliche Stille. Irlands Geschichte ist oft leise – aber sie spricht eindrucksvoll.
Mizen Head – Irlands südwestlichster Punkt
Am frühen Nachmittag erreichte ich den vielleicht spektakulärsten Ort des Tages: Mizen Head. Über eine hohe Fußgängerbrücke gelangt man zu einem Leuchtturm auf einem vorgelagerten Felsen, der einst nur per Seilzug erreichbar war.
Die Aussicht: dramatisch. Unten: zerklüftete Klippen, oben: kreisende Seevögel, rundherum: nichts als der Atlantik. Ich besuchte das Signal Station Visitor Centre, das sich der maritimen Geschichte der Region widmet – inklusive der dramatischen Funkverbindung zwischen Irland und der Titanic.
Sheep’s Head – Natur pur abseits der Route
Weniger touristisch, aber nicht weniger beeindruckend war mein nächster Halt: das Sheep’s Head Peninsula, eine schmale, langgestreckte Landzunge zwischen Bantry Bay und Dunmanus Bay.
Ankunft in Glengarriff – Ein Dorf zwischen Bergen und Bucht
Gegen 19:30 Uhr erreichte ich schließlich Glengarriff, ein charmantes Dorf in der Bantry Bay, umgeben von bewaldeten Hügeln und mit Blick auf die Garnish Island. Ich checkte in einem kleinen Hotel ein
Nach dem langen Tag gönnte ich mir ein Abendessen in einem Pub – Fish and Chips und ein Glas Guinness. Danach ein kurzer Spaziergang zur Bucht – das Wasser lag ruhig, fast silbern im letzten Licht des Tages.
