Am 15. August 2024 verließ ich das geschäftige Dublin und tauschte Kopfsteinpflaster gegen Klippen, Kabinenbett und Küstenwind. Die Wanderung auf Bray Head, die Fahrt mit der Irish Ferry über die Irische See und ein Sonnenuntergang an Deck schufen einen Tag voller Wechsel und Weite – gekrönt von Livemusik im Bordpub.
Morgens in Dublin – Abschied mit Vorfreude
Nach dem Frühstück im Hotel packte ich meine Sachen und verabschiedete mich von Dublin – einer Stadt, die mich durch Kultur, Geschichte und Lebensfreude sehr beeindruckt hatte. Doch heute sollte es weitergehen: Ein Tag zwischen Wanderung und Überfahrt, mit Ziel auf der anderen Seite der Irischen See.
Mein erstes Ziel des Tages: Bray Head, südlich von Dublin an der Küste von County Wicklow gelegen.
Wanderung auf Bray Head – Irland von oben
Gegen 10:00 Uhr traf ich in Bray ein, einem charmanten Küstenort mit viktorianischem Flair und beliebtem Promenadenweg. Ich stellte das Auto nahe des Strands ab und begann meine Wanderung auf den Bray Head (241 m) – eine der beliebtesten Aussichtspunkte in der Region.
Der Pfad schlängelte sich durch Heide, Gebüsch und Felsplateaus. Nach etwa 45 Minuten Aufstieg erreichte ich das markante Steinkreuz auf dem Gipfel. Von hier aus bot sich ein spektakulärer Blick über die Dublin Bay, die Wicklow Mountains im Süden und – bei klarer Sicht – sogar ein Streifen Wales am Horizont.
Ein paar Wanderer ruhten auf den Felsen, Möwen segelten in der Thermik – ein friedlicher Moment, an einem Ort, wo sich Himmel und Meer begegnen.
Check-in zur Irish Ferry – Mit Kabine über die See
Am frühen Nachmittag fuhr ich zum Hafen von Dublin und checkte für meine Überfahrt mit der Irish Ferries Ulysses ein – eines der größten Fährschiffe Europas. Die Abfahrt war für den späten Nachmittag angesetzt, die Überfahrt sollte etwa 12 Stunden dauern.
Ich hatte eine kleine, aber komfortable Kabine gebucht – mit Bett, Schreibtisch, Bad und Bullauge mit Meerblick. Praktisch, um sich frisch zu machen, etwas zu ruhen oder einfach die Fahrt ungestört zu genießen. Das Boarding verlief zügig, die Organisation professionell.
Küstenblick und Seeluft – Die Irische See erleben
Kaum hatte das Schiff abgelegt, begab ich mich an Deck. Die Abfahrt aus dem Hafen von Dublin war ruhig, Möwen begleiteten das Schiff ein Stück weit, bis die Küstenlinie langsam am Horizont verblasste.
Die See war relativ ruhig, ein leichter Wellengang rollte unter dem Kiel. Ich umrundete das obere Deck, genoss die Aussicht und die frische Luft – und war beeindruckt von der Größe des Fährschiffs: Restaurants, Bars, Lounges, sogar ein kleiner Kinosaal befanden sich an Bord.
Sonnenuntergang an Deck – Gold über Wasser
Als die Sonne langsam in Richtung Horizont sank, kehrte ich aufs Außendeck zurück – dieses Mal mit Kamera und Jacke ausgestattet.
Der Sonnenuntergang über der Irischen See war schlichtweg grandios: Die Wasseroberfläche verwandelte sich in ein flammendes Gold, während das Schiff eine stille Bahn durch die Wellen zog.
Einige Passagiere standen ebenfalls an der Reling, schweigend, fotografierend, staunend. Ein Moment, der Ruhe schenkte – zwischen zwei Welten, zwei Ländern, zwei Tageshälften.
Pub-Atmosphäre auf See – Livemusik zum Abschluss
Am Abend ließ ich den Tag im Bordpub ausklingen – stilecht mit einem Pint Guinness und einem frisch gebackenen Steak & Ale Pie. Auf der kleinen Bühne spielte ein Duo irische Musik: Fiddle, Gitarre, Gesang – mal melancholisch, mal mitreißend.
Es wurde gelacht, mitgesungen, sogar getanzt – eine ausgelassene Stimmung, wie man sie eher in einem Dubliner Pub erwarten würde. Dass sie hier, mitten auf See, genauso lebendig war, machte diesen Moment umso besonderer.
