Der 30. Juli 2024 war ein besonderer Reisetag – eine sanfte und ruhige Passage über die wilde Irische See, die mich von der walisischen Küste hinein in das satte Grün Irlands führte. Es war ein Tag des Übergangs, geprägt von ruhigem Reisen, maritimer Weite und einem ersten Hauch irischer Gelassenheit.
Früher Start in Newport – Aufbruch gen Westen
Mein Wecker klingelte um 7:30 Uhr – in Newport lag noch Stille über den Straßen, während ich meine Sachen packte und das Hotel verließ. Ich hatte etwa 140 Kilometer vor mir bis Fishguard, dem kleinen walisischen Küstenort, von dem aus meine Fähre ablegen sollte.
Die Fahrt entlang der M4 und später über die A40 war angenehm. Sanfte Hügel, Schafweiden und dichte Wälder begleiteten mich durch das Herz von Südwest-Wales. Besonders die Region Pembrokeshire zeigte sich von ihrer schönsten Seite: kurvige Landstraßen, urige Dörfer und erste Blicke auf das glitzernde Meer in der Ferne.
Fishguard – Kleiner Hafen, große Bedeutung
Gegen 12:00 Uhr erreichte ich Fishguard Harbour, genauer gesagt den Lower Fishguard Terminal, der etwas versteckt in einer kleinen Bucht liegt. Hier herrschte bereits geschäftiges Treiben: Wohnmobile, Autos mit Fahrrädern, Motorräder – allesamt Reisende wie ich, auf dem Weg nach Irland.
Ich checkte bei der Stena Line ein und wartete bei einem Coffee-to-go in der Fahrzeugschlange. Möwen kreischten über dem Kai, und eine frische Meeresbrise kündigte die bevorstehende Überfahrt an.
Fährüberfahrt nach Irland – Die Irische See im sanften Rhythmus
Pünktlich um 12:45 Uhr begann das Boarding. Mein Auto rollte in den Bauch der Stena Europe, einem traditionsreichen Fährschiff mit gemütlichen Aufenthaltsräumen, Aussichtslounge und Bordcafé.
Kurz nach 13:15 Uhr legte die Fähre ab. Während die walisische Küste langsam hinter mir verschwand, suchte ich mir einen Platz an Deck. Das Wetter war mild, die See ruhig – ideale Bedingungen für die etwa 3,5-stündige Überfahrt nach Rosslare im Südosten Irlands.
Ich genoss ein spätes Frühstück, las in meinem Buch und ließ den Blick immer wieder über das offene Wasser schweifen. Die Überfahrt wirkte entschleunigend – wie ein langes, tiefes Ausatmen zwischen zwei Inseln.
Ankunft in Rosslare – Willkommen in Irland
Um 18:45 Uhr irischer Zeit lief die Fähre in den Hafen von Rosslare Europort ein. Die Ausschiffung verlief reibungslos. Kaum hatte ich wieder festen Boden unter den Rädern, fiel mir auf, wie schnell sich die Landschaft veränderte: die Hecken dichter, die Straßen schmaler, das Licht weicher.
Die Weiterfahrt nach Ballinaboola dauerte etwa 45 Minuten. Ich nahm die gut ausgeschilderte N25, eine wichtige Ost-West-Verbindung in Südirland, vorbei an kleinen Ortschaften wie Wexford, New Ross und schließlich Ballinaboola, einem verschlafenen Ort am Rand der Berge von County Wexford.
Ballinaboola – Erste Schritte im irischen Abend
Gegen 19:30 Uhr kam ich in meinem Hotel an, einer liebevoll geführten Unterkunft mit Blick auf die Felder und Wälder der Umgebung. Nach dem Einchecken ruhte ich mich kurz aus und machte mich dann auf zu einem Spaziergang – Irland lockte mich mit seiner stillen, naturverbundenen Schönheit.
Abendspaziergang durch sattes Grün
Der Himmel war bewölkt, doch es blieb trocken – perfektes Wetter für einen ruhigen Abendspaziergang. Ich folgte einem schmalen Weg hinter dem Haus, vorbei an alten Trockensteinmauern, mit wildem Efeu bewachsen, und durch grüne Weiden, auf denen Kühe friedlich grasten.
Die Geräuschkulisse war minimal: nur das entfernte Blöken eines Schafs, das Zwitschern von Singdrosseln, und das leise Rascheln der Blätter im Wind. Es war, als ob Irland mir einen stillen, herzlichen Empfang bereitete – nicht mit Worten, sondern mit Atmosphäre.
Danach gab es im Pub das erste irische Abendessen und natürlich ein Guinness
