Der 13. August 2024 war mein Erkundungstag in Dublin – eine Stadt voller Kontraste und Charakter. Zwischen mittelalterlichen Kirchen, viktorianischer Pracht, urbanem Treiben und weltbekannten Destillerien erschloss sich mir ein pulsierendes Dublin, das Geschichte und Gegenwart nahtlos verbindet. Nicht jeder Einlass war möglich – aber jeder Eindruck war sehr eindrucksvoll.
Frühmorgendlicher Start – Stadtrundgang durch das Zentrum
Ich startete gegen 9:00 Uhr mit dem Bus in Leixlip. Die Stadt war bereits wach, Busse kurvten durch die engen Straßen, Musiker stimmten erste Töne an der Grafton Street an. Mein erstes Ziel war das Dublin Castle – ein Bau, der seit Jahrhunderten die politische Geschichte Irlands widerspiegelt.
Dublin Castle – Leider ohne Ticket, aber nicht ohne Eindruck
Am Dublin Castle angekommen, musste ich feststellen, dass die Führungen für den Tag ausgebucht waren. Das war zwar enttäuschend, aber der Innenhof und die Außenbereiche waren dennoch zugänglich.
Ich umrundete den Record Tower, das älteste erhaltene Element der ursprünglichen normannischen Burg aus dem 13. Jahrhundert, und spazierte durch den Dubh Linn Garden hinter dem Schloss – der Ort, an dem einst der „schwarze Teich“ lag, dem Dublin seinen Namen verdankt.
St. Patrick’s Cathedral – Spirituelle Größe und Geschichte
Nur einen kurzen Spaziergang entfernt erreichte ich St. Patrick’s Cathedral, Irlands größte Kirche und Nationalkathedrale der Church of Ireland. Gegründet im 12. Jahrhundert, ragt das neugotisch restaurierte Gebäude mit seinem 43 Meter hohen Turm eindrucksvoll in den Himmel.
Innen beeindruckten mich das Mosaikpflaster, die Grabplatte von Jonathan Swift, dem berühmten Satiriker und einstigen Dekan der Kathedrale, sowie die ehrwürdige Atmosphäre. Der angeschlossene Park bot zudem einen idealen Ort für eine kurze Verschnaufpause – zwischen Schulklassen, Tauben und dem Klang des Glockenspiels.
Guinness Storehouse – Mehr als nur Bier
Am frühen Nachmittag führte mein Weg zum legendären Guinness Storehouse im Stadtteil The Liberties – dem touristischen Aushängeschild schlechthin.
Die Ausstellung auf sieben Etagen war überraschend modern und interaktiv: Von der Wasserquelle in den Wicklow Mountains über das Rösten der Gerste bis zur berühmten Guinness-Werbung der 1920er-Jahre – alles wurde anschaulich erklärt.
Höhepunkt war der Besuch der Gravity Bar im siebten Stock, wo ich mit einem perfekt gezapften Pint Guinness in der Hand den 360°-Blick über Dublin genoss. Ein echtes „Sláinte!“-Erlebnis.
Stadtrundgang durch Temple Bar und O’Connell Street
Am Nachmittag durchstreifte ich das kulturell bunte Viertel Temple Bar. Kopfsteinpflaster, Straßenmusiker, Pubs mit Blumentöpfen über den Fassaden – das Viertel war touristisch, ja, aber auch voller Leben.
Ich überquerte wieder den Liffey über die berühmte Ha’penny Bridge, spazierte über die O’Connell Street, vorbei an der Spire of Dublin, einem 120 Meter hohen Edelstahl-Monument – modern, kühn und nicht unumstritten.
Jameson Distillery – Irlands Whiskeykultur zum Abschluss
Gegen 18:00 Uhr besuchte ich die Jameson Distillery Bow St., wo die Geschichte des weltberühmten Whiskeys begann. Die Tour war gut organisiert und charmant geführt – eine Kombination aus Historie, Technik und sensorischem Erlebnis.
Ich lernte den Unterschied zwischen irischem und schottischem Whiskey (u.a. dreifache Destillation!), besuchte das Fasslager und probierte drei Sorten im Tasting: Jameson Original, Black Barrel und eine limitierte Edition. Alle samtig, rund, mit charakteristischen Vanille- und Eichenaromen.
Abendlicher Ausklang – Dublin bei Nacht
Zurück im Zentrum gönnte ich mir ein Abendessen in einem traditionellen Pub. Im Hintergrund spielte eine kleine Folkband. Dublin zeigte sich lebendig, herzlich und geschichtsbewusst – eine Stadt, die ihre Vergangenheit kennt und trotzdem im Heute tanzt.
